Besser laufen nach dem Schlaganfall

Wie man Schlaganfall-Patienten mit Gangstörungen bestmöglich ganzheitlich behandelt, wird seit September 2017 von einem Wissenschaftskonsortium im Projekt RehaBoard untersucht. Es handelt sich um ein Computerassistenz-System für die Behandlungsplanung bei Gangstörungen nach Schlaganfall.

„Seit einigen Jahren können wir Schlaganfallpatienten immer besser behandeln, sei es durch Medikamente, physiotherapeutische Maßnahmen oder bestimmte OP-Techniken“, sagt Professor Marcus Jäger, Leiter der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Essen. „Allerdings fehlte bisher eine fachübergreifende Behandlungsplanung, um die Therapien noch besser auf den Einzelfall zuzuschneiden.“

Hochkomplex: Der menschliche Gang

„Der menschliche Gang ist ein stark gekoppelter biomechanischer Prozess“, erläutert der Experte für Biomechanik, Professor Andrés Kecskeméthy

„Der menschliche Bewegungsapparat besteht aus Knochen, Muskeln, Bändern und Gelenken, die mit einander verbunden sind und durch komplexe neuronale Signale gesteuert werden.

Bewegen sich einzelne Glieder nicht richtig, können globale Fehlhaltungen entstehen. Gelenke und Muskeln werden überbelastet und es fällt schwer, am sozialen Leben teilzunehmen.“

Im Konsortium werden nun erstmals interdisziplinäre Behandlungsaspekte für die Rehabilitation nach dem Schlaganfall untersucht.

Neu ist, dass die in den Fachdisziplinen Neurologie, Orthopädie, Physiotherapie und Orthetik entwickelten Maßnahmen zu einem integrierten Konzept verschmolzen werden auf der Basis objektivierter Kriterien aus der Gangmessung.

Projekt-Beteiligte sind die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Essen (Prof. Dr. Marcus Jäger) und der UDE(Universität Duisburg-Essen)-Lehrstuhl für Mechanik und Robotik (Dr. Francisco Geu Flores, Dr. Dominik Raab), die Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Düsseldorf (Prof. Dr. Harald Hefter), die Fachklinik Rhein Ruhr MediClin in Essen (Prof. Dr. Mario Siebler) und das Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften der Hochschule für Gesundheit, Bochum (Prof. Dr. Dörte Zietz).

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