Bewegungsmangel gefährlicher als Übergewicht

Vier Risikofaktoren werden weltweit für 25 bis 50 Prozent aller Herz-Kreislauferkrankungen (KHK) verantwortlich gemacht: Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und Bewegungsmangel. Während bei Frauen unter 30 Jahre das Rauchen den wichtigsten Risikofaktor darstellt, trägt bei Frauen jenseits dieses Alters Bewegungsmangel mehr zum KHK-Risiko bei als jeder andere Risikofaktor.

Die vier Risikofaktoren Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und Bewegungsmangel wurden unlängst in einer australischen Studie im Hinblick auf ihren Beitrag zu Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen in verschiedenen Lebensaltern zwischen 22 und 90 Jahre untersucht. Die Frauen wurden seit 1996 in Drei-Jahres-Abständen zu Raucherstatus, Gewicht, Blutdruck und körperlicher Aktivität befragt.

Die erstaunlichen Ergebnisse: Die höchste Risikosteigerung, nämlich um gut das Sechsfache, ergibt sich durch Rauchen bis zum Alter von 30 Jahren. Durch Rauchverzicht würden in dieser Altersgruppe 59 Prozent aller KHK-Fälle entfallen. Ein hoher BMI (> 23 kg/m2) und die Diagnose eines Bluthochdrucks in fortgeschrittenem Alter sind dagegen mit der geringsten Risikozunahme von nur 20 Prozent assoziiert.

Bewegungsmangel aber hatte den Spitzenplatz im KHK-Risiko bei Frauen über 30 Jahre. „Bewegungsmangel“ wurde definiert als Energieverbrauch von weniger als 600 MET-Minuten (engl. metabolic equivalent of task) pro Woche, das entspricht weniger als 150 Minuten moderater Bewegung wie beim Golfen oder bei der Gartenarbeit. Damit war körperliche Inaktivität für mehr Herzerkrankungen verantwortlich als ein erhöhter BMI.

Quelle: Dr. Beate Schumacher; springermedizin.de basierend auf: Brown WJ et al. Comparing population attributable risks for heart disease across the adult lifespan in women. BJSM, online 8. Mai 2014; doi: 10.1136/bjsports-2013-093090

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