Blutgefäße erziehen Entzündungszellen

Alle Organe und Gewebe unseres Körpers werden ständig über Arterien mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Doch verschiedene Ursachen können dazu führen, dass diese Durchblutung unterbricht. 

Eine solche Durchblutungsstörung (Ischämie) kann das Organ, das Gewebe und auch die Blutgefäße selbst schädigen. Darauf reagiert das Immunsystem des Körpers mit einer Entzündung – die Voraussetzung für die Regeneration ist.
Diese verläuft jedoch oft unkontrolliert und verstärkt so die Schädigung des Gewebes.

„Hauseigener Reparaturservice“

Das Wissenschaftlerteam um Professor Dr. Florian Limbourg von der Medizinischen Hochschule Hannover hat herausgefunden, dass die Blutgefäße ihre eigene Regeneration fördern, indem sie die Entstehung spezieller Reparaturzellen steuern.

Geschädigte Arterien präsentieren auf ihrer Innenseite ein Signalmolekül, das die Verwandlung bestimmter einwandernder Entzündungszellen (Monozyten) in spezialisierte Reparaturzellen (Makrophagen) steuert. Sie reparieren die Arterien und fördern deren Wachstum.

Ist dieser Signalprozess gestört, verwandeln sich einwandernde Monozyten in aggressive Fresszellen, die die Entzündung anheizen und die Gefäßreparatur verhindern.

„Die Blutgefäße erziehen die Entzündungszellen so, dass Regeneration stattfinden kann. Wir hoffen, durch diese Entdeckung neue zellbasierte Therapiestrategien für kritische Durchblutungsstörungen entwickeln zu können“, sagt Professor Dr. Florian Limbourg (MHH).

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