Für Sport ist es nie zu spät!

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Vielen Menschen gelingt es erst in reiferen Jahren, über den Einstieg in ein sportlich aktives Leben nachzudenken. Die Kinder sind groß, das Haus abbezahlt, die berufliche Erfolgsleiter ist erklommen … Aber lohnt sich die Mühe überhaupt, jetzt noch mit Sport zu beginnen? Wissenschaftliche Studien belegen: Für Sport ist es nie zu spät!

Sporteinsteiger mit 50plus? Aber ja! Die Auswertung wissenschaftlicher Studien (Department of Epidemiology and Public Health, University College London) belegt eindeutig: Auch wer erst im Rentenalter mit einem angemessenen Sportprogramm beginnt, altert gesünder. Denn mit steigender sportlicher Aktivität sinkt das Risiko, an Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Problemen, Diabetes Typ 2 oder Krebs zu erkranken. Auch der Mineralgehalt der Knochen wird erhöht, wodurch sich das Risiko für Osteoporose verringert.

Regelmäßiges Training verbessert außerdem die allgemeine Reaktionsfähigkeit, die auch wichtig ist, um Unfälle zu vermeiden. Belegt ist zudem der positive Effekt auf die Psyche, da beim Sport vermehrt so genannte Glückshormone ausgeschüttet werden. Und schließlich profitiert auch die geistige Fitness, so dass sportlich aktive Menschen im Alter oft geistig reger sind als Altersgenossen, die nicht regelmäßig trainieren.

Vor dem Training zum Arzt

Wer allerdings jahrzehntelang keinen Sport getrieben hat, sollte nicht einfach loslegen. „Gerade Senioren sollten vor dem Start in ihr neues sportliches Leben unbedingt Rücksprache mit ihrem Arzt halten“, rät Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler bei der Barmer Krankenkasse. „Dieser kann ihnen nicht nur wertvolle Tipps zu geeigneten Sportarten und der optimalen Trainingsintensität geben, sondern auch einen Gesundheits-Check durchführen.”

Nach dem ärztlichen Okay steht die Auswahl der geeigneten Sportart an. Neben gelenkschonendem Radfahren, Schwimmen und Walking können Senioren auch in Fitness-Studios oder örtlichen Sportvereinen mit dem Training beginnen. Es sollten Kraft-, Ausdauer- und Gleichgewichtsübungen auf dem Trainingsplan stehen. Damit das gewährleistet ist, empfiehlt es sich zumindest in der Anfangszeit, unter professioneller Anleitung zu trainieren. „Übungsleiter und Trainer achten nicht nur auf die richtige Ausführung bestimmter Bewegungsabläufe. Sie haben auch einen Blick auf Häufigkeit und Intensität des Trainings. So stellen sich schnell Erfolge ein, was wiederum die Motivation erhöht, am Ball zu bleiben”, so Klaus Möhlendick.

Tipps gegen Trainingstiefs

Jeder Mensch erlebt Tage, an denen er keine Lust auf das Training hat. In solchen Phasen können Trainingspartner aus dem Familien- oder Freundeskreis dabei helfen, nicht aufzugeben. Und wer schon länger als ein halbes Jahr dabei ist, kann sich sehr wahrscheinlich über die Rückmeldung seines Arztes freuen, dass sich die gesundheitliche Situation verbessert hat. Die beste Motivation ist laut Klaus Möhlendick aber der Spaß am Training. Spezielle Senioren-Angebote sorgen für Abwechslung, ohne die Gefahr sich zu überanstrengen.

Quellen:

Barmer GEK

Taking up physical activity in later life and healthy ageing: the English longitudinal study of ageing; Mark Hamer, Kim L Lavoie, Simon L Bacon; Department of Epidemiology and Public Health, University College London; Br J Sports Med doi:10.1136/bjsports-2013-092993

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