Hilft Brokkoli bei Diabetes?

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Ein in Brokkoli und anderen Kreuzblütlern vorkommender Wirkstoff könnte sich als neue Waffe gegen Diabetes Typ 2 entpuppen.

In ersten Experimenten machte eine Behandlung mit dem Senföl bei Ratten Veränderungen rückgängig, die der Erkrankung zugrunde liegen. Auch am Menschen zeigte sich die Substanz wirkungsvoll:

Verabreicht in Form von Brokkolisprossen-Extrakt, verbesserte der Inhaltsstoff die Blutzuckerwerte von Diabetespatienten messbar.

Auf die Suche nach einem alternativen Wirkstoff zu pharmazeutischen Antidiabetika schauten sich schwedische Wissenschaftler an, welche genetischen Besonderheiten einem Diabetes Typ 2 zugrunde liegen. Bekannt ist, dass die Stoffwechselerkrankung häufig mit Veränderungen der Genexpression einhergeht.

Die Idee der Forscher: Erstellen sie eine typische Gensignatur der Diabetesform und vergleichen diese mit dem Wirkprofil unterschiedlicher chemischer Verbindungen, finden sie womöglich einen Kandidaten, der die modifizierte Genexpression rückgängig zu machen vermag.

Auf der Grundlage von 50 Genen konstruierten sie zu diesem Zweck zunächst die Diabetessignatur und suchten dann in einer Datenbank mit 3.852 Verbindungen nach einem geeigneten Gegenpart.

Brokkolisprossen mit hohem Wirkstoffgehalt

Als am meisten versprechenden Wirkstoff identifizierten sie schließlich die Substanz Sulforaphan.

Der Pflanzenstoff kommt als Senfölglykosid Glukoraphan in Kreuzblütengewächsen wie Kresse, Radieschen, Rettich und Brokkoli vor und wird mithilfe von Enzymen in seine aktive Form umgewandelt. In Brokkolisprossen findet sich ein besonders hoher Gehalt.

In ersten Studien hat sich der Brokkoli-Inhaltsstoff bereits als mögliche Waffe gegen Krebs entpuppt. Doch würde er auch gegen Diabetes helfen?

Tatsächlich offenbarten Laborexperimente: Sulforaphan kann eine erhöhte Glucose-Produktion in Leberzellen unterdrücken und bei erkrankten Ratten die Genexpression zum Positiven verändern. Dabei wirkt es nach Angaben der Forscher ähnlich gut wie Metformin.

Bessere Blutzuckerwerte

Ob sich dieser Effekt auch beim Menschen bestätigen lässt, testeten die Wissenschaftler an 97 Probanden mit Übergewicht und einer Diabetes-Typ-2-Erkrankung. Die Teilnehmer nahmen über einen Zeitraum von zwölf Wochen regelmäßig konzentrierten Brokkolisprossen-Extrakt oder ein wirkloses Placebo ein.
Dabei zeigte sich: Bei Probanden, die den Extrakt verabreicht bekommen hatten, verbesserten sich die Blutzuckerwerte messbar. Sowohl der Nüchternblutzucker als auch das Glykohämoglobin HbA1c, umgangssprachlich als Langzeit-Blutzucker bekannt, wurden durch die Behandlung gesenkt.

Bitte keine Selbst-Therapie!

Trotzdem raten die Forscher Diabetespatienten davon ab, sich nun in Eigenregie mit hohen Dosen Brokkolisprossen-Extrakt oder konzentriertem Sulforaphan therapieren zu wollen. Zunächst müssten weitere Studien die Wirksamkeit der Substanz bestätigen und zeigen, welche Patientengruppen am meisten von dem Wirkstoff profitieren können, so ihr Fazit.

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