Lärm kann Diabetes begünstigen

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Seit 2014 untersucht ein interdisziplinäres schweizerisches Studienkonsortium im Rahmen der SiRENE-Studie des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) die Kurz- und Langzeitwirkungen der Verkehrslärmbelastung für die Bevölkerung in der Schweiz in umfassender Weise.

Die bisher veröffentlichten Resultate der Studie zeigen: Der Flug-, Schienen- und Straßenverkehrslärm kann unerwünschte Gesundheitsauswirkungen zur Folge haben.

Verkehrslärm erhöht das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Das zeigt eine Untersuchung bei 2.631 Personen, die unterschiedlich stark lärmbelastet sind.

„Dabei spielen zwei Mechanismen eine Rolle“, erklärt Nicole Probst-Hensch, Leiterin des Departement Epidemiologie und Public Health am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH).

„Einerseits beeinflusst die chronische Ausschüttung von Stresshormonen den Insulinstoffwechsel. Andererseits ist bekannt, dass Schlafprobleme langfristig den Metabolismus negativ beeinflussen.“

Für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist ebenfalls der Zusammenhang am stärksten beim Straßenlärm erkennbar. Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, steigt um vier Prozent pro zehn Dezibel Zunahme der Straßenlärmbelastung am Wohnort.

Aber auch das Risiko für Bluthochdruck und Herzinsuffizienz steigt durch den Verkehrslärm. „Besonders kritisch sind wahrscheinlich Lärmereignisse in der Nacht, die regelmäßig den Schlaf stören“, sagt Martin Röösli, Professor für Umweltepidemiologie am Swiss TPH und der Universität Basel sowie Leiter der SiRENE-Studie.

SiRENE (Short and Long Term Effects of Transportation Noise Exposure) ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das Versuche im Schlaflabor mit epidemiologischer Forschung, Befragungsdaten und akustischen Berechnungen und Modellierungen kombiniert. „Bereits geringere Lärmbelastungen als bisher angenommen haben negative Auswirkungen auf die Gesundheit.“

Auf die ganze Bevölkerung in der Schweiz bezogen seien die Gesundheitsauswirkungen von Verkehrslärm substanziell, so Röösli. Für den einzelnen Menschen seien jedoch Faktoren wie Bewegungsmangel und Rauchen deutlich wichtiger.

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