Neu herausgefunden: Warum Sport das Hirn fitter macht

Bekanntlich verbessert Sport die Denkleistung im Alter. Das haben viele Studien bewiesen. Jetzt haben Forscher der Goethe-Universität in einer der weltweit ersten Studien herausgefunden, warum das so ist.

Die Alternsforscher und Sportmediziner an der Goethe-Universität haben in einer Studie* untersucht, welchen Effekt regelmäßige Bewegung auf den Gehirnstoffwechsel und das Gedächtnis hat. Und fanden interessantes.

Vor der Studie wurden alle Teilnehmer gründlich sportmedizinisch und neuropsychologisch untersucht. Außerdem wurden der Gehirnstoffwechsel und die Gehirnstruktur im Magnetresonanztomographen (MRT) gemessen. Nach diesen Untersuchungen stiegen die Teilnehmer zwölf Wochen lang, dreimal wöchentlich, auf ein Fahrradergometer. Für jeweils nur 30 Minuten.

Gut so: Weniger Abbau

Nach den 12 Wochen wurden die Teilnehmer erneut untersucht. Sie waren danach viel fitter. Das konnte man an der gesteigerten Herzleistung sehen. Es gab aber auch einen Effekt auf die Gehirne.

Es gibt im Gehirn einen „Neurotransmitter“ namens Acetylcholin. Ein Neurotransmitter vermittelt bei der Übertragung von Nervenimpulsen. Er ist wichtig für Gedächtnisvorgänge, für Verhalten und Emotionen.

Dieses Acetylcholin wird unter anderem aus einem Stoff namen Cholin gebildet. Und wenn Acetylcholin abgebaut wird, zerfällt es wieder in mehrere Stoffe, auch in Cholin.

Bei den Teilnehmern der Studie konnten die Forscher folgendes feststellen:

– Bei den Leuten, die Fitness getrieben hatten, war die Menge an Cholin gleich geblieben. Es wurde also wenig von dem wichtigen Acetylcholin abgebaut.

– Bei den Leuten die keine Fitness getrieben hatten, war die Menge an Cholin gestiegen. Bei ihnen wurde also mehr von dem wichtigen Acetylcholin abgebaut.

Das Training hatte also den erwarteten Einfluss auf den Gehirnstoffwechsel: es verhinderte den Anstieg von Cholin. Die Konzentration dieses Stoffwechselprodukts steigt häufig durch den vermehrten Untergang von Nervenzellen an, wie er beispielsweise bei der Alzheimer Demenz auftritt.
Durch das Training konnte die Cholinkonzentration im Gehirn der Probanden konstant gehalten werden, während sie bei der Kontrollgruppe anstieg. Auch die Fitness der Teilnehmer wurde deutlich verbessert, wie sich an der gesteigerten Herzleistung ablesen ließ.

* „SMART-Studie: Sport und Metabolismus im Alter – eine MRT-Untersuchung“ Es wurden 60 Teilnehmern im Alter zwischen 65 und 85 Jahren untersucht.
Publikation: S Matura, J Fleckenstein, R Deichmann, T Engeroff, E Füzéki, E Hattingen, R Hellweg, B Lienerth, U Pilatus, S Schwarz, V A Tesky, L Vogt, W Banzer, J Pantel (2017) Effects of aerobic exercise on brain metabolism and grey matter volume in older adults: results of the randomised controlled SMART trial. Transl Psychiatry; doi:10.1038/tp.2017.135;
http://www.nature.com/tp/journal/v7/n7/full/tp2017135a.html

(Dieser Beitrag ist zweimal auf dieser Webseite. Wie wollen testen, welche Version besser ankommt. Danke für’s Lesen!)

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