Resistenzen: Forschung an Naturstoffen

Die zunehmende Resistenz von Krankheitserregern gegenüber Antibiotika und Resistenzen von Tumorzellen gegen Zytostatika machen vielen Menschen Angst. Doch zu keiner Zeit haben Menschen Probleme einfach hingenommen. In den Labors dieser Welt arbeitet man fieberhaft an neuen Medikamenten.

Ab Oktober 2016 nimmt ein neues Graduiertenkolleg an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf die Arbeit auf. Zwölf Doktoranden und Doktorandinnen werden dann zum Thema „Naturstoffe und Analoga gegen therapieresistente Tumoren und Mikroorganismen: neue Leitstrukturen und Wirkmechanismen“ forschen. Betreut werden sie von zwölf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Fakultät.

Immer mehr Mikroorganismen und auch Krebszellen weisen mittlerweile Resistenzen auf. Diese (Antibiotika-)Resistenzen machen zum Beispiel die Behandlung von Tuberkulose oder Toxoplasmose immer schwieriger. Ähnliches gilt auch bei Krebszellen; diese entwickeln manchmal sogar innerhalb von Monaten Resistenzen gegen Zytostatika und können dann nicht mehr mit einer Chemotherapie bekämpft werden. „Bestimmte Formen des Tumors sind dann nicht mehr therapierbar“, erklärt Prof. Dr. Peter Proksch, Leiter des Instituts für Pharmazeutische Biologie und Biotechnologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Naturstoffe aus dem Meer

Er möchte innerhalb des Graduiertenkollegs neue Antibiotika finden und dabei auch die Erkenntnisse über die Resistenzen bei Mikroorganismen auf die Tumoren übertragen.

Hoffnung auf neue Substanzen liegt für Proksch in den Naturstoffen, die als Ideengeber dienen werden: „Rund zwei Drittel aller derzeit bekannten Antibiotika gehen auf Naturstoffe zurück, es ist also vielversprechend, in dieser Richtung weiter zu forschen.“ Proksch kann dabei auf umfangreiche Vorarbeiten zurückgreifen, er beschäftigt sich seit Jahren intensiv vor allem mit Naturstoffen aus dem Meer, speziell aus dem Indopazifik. Mit Forschern von der Peking University, V.R. China, verbindet ihn seit langem eine enge Zusammenarbeit.

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