Studie entschlüsselt neue Diabetes-Gene

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ein Netzwerk aus Genen identifiziert, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Diabetes spielen könnten.

Die Entstehung von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes ist ein komplexer Prozess. Sowohl bei Typ-1- als auch Typ-2-Diabetes sind neben Lebensstil- und Umweltfaktoren auch viele verschiedene bekannte und unbekannte Gene für die Krankheitsentstehung verantwortlich. Sie liefern die Baupläne der einzelnen Proteine, die eine Funktion im Zuckerstoffwechsel haben.

Nur durch die Entschlüsselung der Ursachen und Entstehungsmuster gelingt es, die Krankheiten zu verstehen und therapeutisch sowie vorbeugend einzugreifen. Neu identifizierte Diabetes-Gene könnten beispielsweise als Biomarker für eine individuelle Risikovorhersage oder zur Diagnostik der Erkrankung eingesetzt werden.

51 neue Kandidatengene für Diabetes

Die Forschung ist einen Schritt weiter gekommen!
Im Rahmen des Internationalen Mouse Phenotyping Consortiums (IMPC) untersuchten sie Stoffwechselfunktionen von Mausmodellen, denen jeweils ein genau ausgewähltes Gen fehlte. Mit dieser Methode versuchten die Forscher herauszufinden, ob das fehlende Gen an wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt ist.

Insgesamt 974 Gene wurden identifziert, deren Verlust Auswirkungen zeigen. Bei mehr als ein Drittel der Gene war zuvor keine Verbindung zum Stoffwechsel bekannt. Zudem können je nach Geschlecht unterschiedliche Gene betroffen sein. Gänzlich unbekannt war die Funktion von 51 Genen wovon 23 davon eine Rolle bei der Diabeteserkrankungen von Menschen spielen.

Viele Gene ähneln sich in der Struktur und weisen gemeinsame regulatorische Elemente auf. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich bei diesen Genen um ein Netzwerk handelt.

Künftig wollen sie die Erkenntnisse zu diesen neuen Regulationsstrukturen weiter untersuchen und ausloten, inwiefern sich Möglichkeiten der Vorhersage von Funktionen unbekannter Gene, aber auch neue Therapieansätze aus dem neuen Wissen ergeben.

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